Antirepressionsblog
Dokumentationsblog für unterschiedliche Ansätze im Umgang mit Repression. Es gibt viel Erfahrung mit offensiven und kreativen Strategien, die hier einen Schwerpunkt ausmachen.
|
Prozess-Termin:
Montag, 14. Mai 2012 um 13:00 Uhr
Amtsgericht Potsdam, Saal 21
UnterstützerInnen treffen sich ab 12:30 Uhr vor dem Gerichtsgebäude
Eine Begleitperson der 2008 bei Berg an der französischen Grenze angeketteten Menschen wird nun nach 4 Jahren erneut vor Gericht stehen. Das Strafverfahren wurde eingestellt, nun soll die Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung herhalten.
Weitere Informationen zum Prozess und der Aktion
Ab dem 20.4. sitzt erneut eine Unterstützerin der sogenannten Boehringerprozesse im Ordnungshaft, weil sie bei einem Prozess am 13.2.2012 sich geweigert hatte, bei der Urteilsverkündung vor dem Richter aufzustehen.
Bei einem Prozess am 13.2.2012 gegen eine Boehringerbesetzerin weigerte sich eine Aktivistin, die die Angeklagte unterstützte, zur Urteilsverkündung aufzustehen.
Richter Süßenbach, der schon in den vorherigen Verfahren bewiesen hat, dass er diese Art des Verhaltens als persönlich Beleidigung auffasst, verhängte daraufhin ein Ordnungsgeld in Höhe von 300 Euro, ersatzweise 10 Tage Ordnungshaft gegen Alissa W. und ließ sie anschliessend aus dem Saal räumen. Im Nachhinein berichtigte Süßenbach die Ersatzhaft auf 7 Tage, da ihm wohl aufgefallen ist, dass laut StPO maximal 7 Tage Ordnungshaft verhängt werden dürfen.
“Der Richter verkündet das Urteil im “Namen des Volkes”, zu welchem ich mich durch den Akt des Sich- Erhebens bekenne. Aber für mich sind Völker Konstrukte, die das ausüben von Herrschaft über viele Menschen erleichtern, er spricht im Namen eines Gesetzes welches ich ablehne und er verhängt Strafe.”, kommentiert Alissa die Reaktion des Richters auf ihre Weigerung sich zu erheben.
“Ich hab mich entschieden, die Strafe abzusitzen, weil ich durch das Bezahlen der 300 Euro einen Staat unterstütze, der die Institution “Gericht” überhaupt erst möglich macht.”, erklärt Alissa.
Bereits im November 2010 saß ein Unterstützer der Boehringerbesetzer_innen 5 Tage in der JVA Leipzig, weil er sich ebenfalls weigert vor bei der Urteilsverkündung im ersten Boehringerverfahren aufzustehen. Auch beim zweiten Boehringerprozess verhängte Richter Süßenbach 5 Tage Ordnungshaft gegen den Angeklagten Andre M., weil dieser sich weigerte bei der Urteilsverkündung aufzustehen. Die Ordnungshaft wurde sofort vollstreckt und der Angeklagte wurde vom Gerichtssaal direkt in die JVA Hannover gebracht.
Alissa wird vom 20.4. bis zum 27.4.2012 die Ordnungshaft in der JVA Schwäbisch Gmünd absitzen und freut sich über solidarische Unterstützung wie zum Beispiel Aktionen zum Thema Knast, Justiz, Speziesismus und generell zu Herrschaftsverhältnissen.
Außerdem freut sie sich über Post und Aktionsberichte aller Art.
Die Adresse ist:
Alissa Weidenfeld
JVA Schwäbisch Gmünd
Herlikofer Str. 19
73527 Schwäbisch Gmünd
Infos zu der Besetzung, den Prozess und Alissas Ordnungshaft:
boehringerbesetzung.blogsport.de
Infos zu dem Prozess gegen Andre M.:
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Wieder-Tumulte-beim-Prozess-gegen-Besetzer
Am 18.April gegen 14 Uhr wurde Hanna Poddig nach 35 Tagen aus der JVA Preungesheim entlassen. Sie blockierte im Februar 2008 einen Transport von Kriegsmaterial für die Nato-Response-Force, die weiterhin weltweit im Einsatz ist, und wurde dafür zu einer Strafe von 90 Tagessätzen à 15 Euro verurteilt. “Meine Verurteilung zeigt deutlich, dass die Gerichte die kriegerischen Handlungen der Bundeswehr und damit der BRD schützen. Um deutlich zu machen, dass der Staat auf unliebsamen Widerstand mit Repression antwortet, habe ich mich dazu entschlossen, mindestens einen Teil der Strafe im Gefängnis abzusitzen.“ erklärte Hanna, bevor sie ins Gefängnis ging.

Jetzt resümiert Hanna „Von einer Welt wie wir sie uns wünschen trennt uns noch viel mehr. Solange wenige Privilegierte über den größten Teil des Reichtums der Erde verfügen, während es den allermeißten dreckig geht, gilt es zu kämpfen. Solange Lebensräume für Profitträume zerstört werden, werden wir uns wehren.Ton Steine Scherben hatten Recht, als sie sangen „Ich bin nicht frei, denn ich kann nur wählen, welche Diebe mich bestehlen, welche Mörder mir befehlen” Dennoch freue ich mich, wieder außerhalb der Knastmauern zu sein, um gemeinsam weiter für ein schönes Leben zu kämpfen.“
Ihre Zeit hinter den Mauern beschreibt Hanna in vielen Momentaufnahmen. Eine davon:
„Manchmal verschlägt es mir die Worte, wie hier mit Schicksalen umgegangen wird. Eine Neue kommt. Morgens um 8 kommt sie in die Eingangszelle im Offenen. Gegen halb 12 wird sie zu uns in die Eingangsstation A verlegt. Wir könnten ihr, sagen die Beamten, ja schonmal erklären, wie es hier so liefe. 2 Jahre 4 Monate muss sie rein, ist ziemlich fertig, ist erfreut, dass wir „normale Menschen“ seien (Es scheint sie zu überraschen) und dass sie im offenen Vollzug sei. Sie räumt nach einem Gespräch mit uns ihre Zelle ein, wirkt langsam etwas stabiler. Eine Stunde später wird sie verlegt – in den Geschlossenen.“
Ein Symptom eines Systems, das nicht für Menschen, sondern für Profite und Machterhaltung geschaffen ist.
Dank breiter Solidarisierung und Unterstützung konnten wir Hanna nun freikaufen.
90 Knastpat_innen haben je einen von Hannas Tagessätzen übernommen (Liste unter www.krieg.nirgendwo.info/kontakt_und_spenden/knastpatenschaft), rund 200 Briefe und Karten bekam Hanna geschickt, in verschiedenen Städten gab es Aktionen der Solidarität – von Infoveranstaltungen und Petitionen bis hin zu rosa gefärbten Panzern. „Hannas Haft war ein wichtiges Zeichen, aber jetzt wird sie hier draußen dringender gebraucht. Denn es gibt noch viel zu tun auf dem Weg in eine Welt, in der Krieg, Unterdrückung und Knäste nicht möglich sind!“, so Christof aus der Unterstützergruppe.
Wir wollen an dieser Stelle explizit darauf hinweisen, dass die meisten anderen Frauen, mit denen Hanna die letzten Wochen verbracht habt, leider nicht diese Unterstützung haben und rufen dazu auf, auch anderen Gefangenen, z.B. durch Brieffreundschaften, klare Positionierungen und Aktionen gegen Knäste zur Seite zu stehen. Vom 7.-10. Juni wird es zudem ein Treffen geben, in dem eine Kampagne „Für eine Welt ohne Knast & Strafe“ ins Leben gerufen werden soll.
Kontakt und weitere Informationen:
krieg@nirgendwo.info
0175-9767027
www.welt-ohne-strafe.de.vu
Fotos von http://krieg.nirgendwo.info/
  
am 28.3.2012 ++ aus dem LaienverteidigerInnen-Netzwerk (www.laienverteidigung.de.vu)
Hallo,
sooo … es wird mal wieder Zeit für einen neuen Newsletter. Während mal wieder jemand von “uns” im Knast sitzt (nämlich Hanna), während viel mehr Menschen viel länger eingeknastet werden (und es meist kaum jemanden interessiert), sind einige Infos weiterzumelden und vor allem wichtige Termine voraus: Ein Austauschtreffen zu Erfahrungen im Umgang mit Gerichten (27.4.-1.5.), ein Planungstreffen zu Aktionen gegen Strafe und Knäste (7.-10.6.) und das nächste Laienverteidigungstreffen und -seminar (14.-20.6.). Das wäre also Anlass, nicht nur voneinander zu lesen, sondern sich zu sehen.
Bis dahin, Gruß aus der Projektwerkstatt … Jörg B.
Inhalt:
- Bericht und Einladung zum dritten LaienverteidigerInnen-Treffen im Juni 2012
- Freiheit nur für politische Gefangene?
- Fiese Tricks von Polizei und Justiz- neuer Videomitschnitt
- Wer Menschen bombardiert, bekommt einen Orden- wer Militärzüge aufhält, kommt in den Knast
- Samba gegen Zensus
- AG Moabit: Kontrollieren, bis der Prozess vorbei ist?
- Geheimdienste überwachen mehr E-Mails
- Observation gegen angebliche Militante Gruppe illegal
- Schon wieder: Polizeiopfer kommen vor Gericht
- 200 Euro Strafe für GEZ-Kontrolleur
- DPlG meutert gegen Bundesverfassungsgericht
- Polizisten wissen, wie rassistischer DpolG-Kalender gemeint ist?
- Termine, Materialien, Links
mehr… Newsletter zur kreativen Antirepression
Ungewöhnliche Szenen vor dem Gefängnis
Am frühen Nachmittag des 15.März 2012 verabschiedeten Freund_innen und Sympathisant_innen Hanna Poddig, die ab dem heutigen Donnerstag eine Ersatzfreiheitsstrafe absitzt, mit Transparenten, Kreidesprüchen und Sprechchören. Die Antimilitaristin wurde für die Blockade eines Bundeswehrtransportzuges zu einer Strafe von 90 Tagessätzen verurteilt. Die damals 22-jährige kettete sich im Februar 2008 an die Gleise und brachte den Zug zum Stehen.
“Es ist reine Propaganda, bei Einsätzen schwer bewaffneter Militärs von humanitären Einsätzen zu reden. Es geht dabei schlicht um den Ausbau von wirtschaftlichen Einflussgebieten“, erklärt sie. „Mir reicht es nicht, Schilder hochzuhalten. Angesichts des alltäglichen Kriegszustands und der stetigen Meldungen über weitere Todesopfer durch die Auslandseinsätze finde ich es naheliegend, auch in Zukunft Sand im Getriebe zu sein und mich dem Normalzustand in den Weg zu stellen.“
mehr… Antimilitaristin seit heute in der JVA Frankfurt III
Im Februar 2008 blockierten Aktivist_innen einen Transportzug der Bundeswehr. Die angekettete Aktivistin wurde in langwierigen Prozessen zu 90 Tagessätzen zu je 15 Euro Geldstrafe verurteilt, eine Verfassungsbeschwerde wegen der Verletzung ihres Grundrechts auf Versammlungsfreiheit wurde vom Verfassungsgericht nicht zur Entscheidung angenommen. Da die Aktivistin sich dagegen entschieden hat, die Strafe zu bezahlen, steht ihr nun Haft bevor.
Am 15.3.2012 wird Hanna ab 12.30 Uhr vor der JVA Frankfurt III, Obere Kreuzäckerstrasse 4, Frankfurt Preungesheim, von solidarischen Unterstützer_innen verabschiedet und tritt dann dort ihre Haft an.
mehr… Antimilitaristin ab 15. März in Haft
Gerichtete Gerichte und jubelnde Justiz? Erfahrungsaustausch von und für Menschen, die Sand im Getriebe der Gerichtsmühlen sein wollen
Du hast schon mal einen Gerichtsprozess gehabt und willst von deinen Erfahrungen berichten oder von anderer Leute Erfahrungen hören? Du hast Aktionsideen, wie Prozesse widerständiger, kreativer, offensiver geführt werden könnten oder bist auf der Suche nach eben solchen? Dir stehen Prozesse bevor und du suchst nach neuen Möglichkeiten oder kannst anderen helfen, die vor dieser Situation stehen? Du kennst dich mit einem Vorwurf besonders gut aus und willst dein Wissen mit anderen teilen oder hast ganz bestimmte Detailfragen zu einem bestimmten Paragrafen? Du willst Angst und Ohnmacht überwinden lernen oder Tipps und Tricks weitergeben, wie das funktionieren kann?
Dann bist du genau richtig bei unserem Treffen
mehr… Gerichtete Gerichte und jubelnde Justiz? Einladung zum Antirepressions-Open-Space 27.4.-1.5.
Der Lüneburger Anti-Atom-Aktivist Karsten Hilsen hat gestern eine neue Einladung in den Knast erhalten. Diesmal geht es um zehn Tage Haft aufgrund einer Geldstrafe in Folge eines Castorprotestes. mehr… Aktivist wird rechtswidrig festgelegte Strafe nicht zahlen
…und der Kapitalismus ist immer noch nicht abgeschafft. Stattdessen werden Kleinst-Delikte verfolgt, immer mehr Konsumtempel gebaut um Bedürfnisse zu produzieren, die sich dann nur ein Bruchteil der Menschen auch leisten können. Die Beschuldigte will sich offensiv verteidigen und auch noch mal daran erinnern, dass die anzeigende Firma Kaiser’s Tengelmann sich in Bezug auf die Wahrung der betrieblichen und gewerkschaftlichen Rechte ihrer Angestellten eindeutig gegen diese stellt (Stichwort Emmely).
Kommt zahlreich, hört’s euch an, mischt euch ein. Auch der Repression im “Kleinen” wollen wir uns widersetzen!
Ort: Berlin-Moabit, Amtsgericht Tiergarten, Wilsnacker Str. 4, Raum D 107
Zeit: 15.02.2012, 12:30 Uhr
Bericht 4. Prozesstag
Wir haben das letzte Wort…
Nachdem beim letzten Mal die Kontrolleurin als Nebenklägerin ihren Anwalt geschickt hatte, der eine Schmerzensgeld- und Lohnausfallsforderung einbrachte, erschien die Beschuldigte dieses Mal mit zwei Verteidiger_innen, von denen einer als Pflichtverteidiger beantragt und abgelehnt wurde.
Auch die Anträge auf Ablehnung der Adhäsionsklage und auf Prozesskostenhilfe lehnte der überaus korrekte Richter aufgrund von Formfehlern ab.
mehr… Berlin: Prozess wegen angeblicher Körperverletzung: Verurteilt in 1. Instanz
|
|
Letzte Kommentare