Am 4.5.2009, ein Tag vor der geplanten Aussaat der Amflora-Kartoffeln verteilten einige Aktivist_innen Bio-Kartoffeln auf dem vorgesehenen Acker, teilweise mit einer Schleuder. Diese Gegensaat brachte viel
Aufmerksamkeit und ein Jahr später einen teilweise skurrilen Gerichtsprozess am Amtsgericht Waren. Angeklagt wurde wegen Nötigung und Sachbeschädigung. Die für die Anpflanzung zuständigen Zeugen widersprachen sich in wichtigen Punkten, wie wer hat wann welche Entscheidung getroffen. Die eigentlich Verantwortlichen der BASF waren leider nicht im Zeugenstand. Trotzdem wurden die Angeklagten mit einer absurden rechtlichen Argumentation wegen Nötigung verurteilt. Die mündliche Begründung war eher eine Moralpredigt als eine juristische Erklärung, was zeigt, dass die Verurteilung eher politische Gründe hatte. Das Verfahren gegen Anti-Gentechnik-Aktivisten geht nun in die zweite Instanz.
Die kritisierten Amflora-Kartoffeln der BASF werden trotz der EU-Zulassung im Jahr 2010 für Freilandanbau derzeit nur noch auf wenigen bewachten Feldern angebaut.
Noch im Herbst 2010 kündigte die BASF an, 2011 auf 1000 Hektar die Amflora anbauen zu wollen, es wurden jedoch nur 2 ha bei Üplingen (Sachsen-Anhalt) und 15 ha in Schweden. Begründet wurde dies vor allem mit zu viel Protest und Akzeptanzproblemen. Dies ließt sich wohl auch weniger schlimm als zugeben zu müssen, dass die Amflora nicht die Leistung bringt wie gewünscht und zu viele Krankheiten hat, was zeigt dass die grüne Gentechnik auch wissenschaftlich nicht der Bringer ist. Richtig gut angekommen ist die grüne Gentechnik in Europa noch nie, weswegen die BASF jetzt folgerichtig die Zentrale der zuständigen Konzerntochter BASF Plant Science GmbH verkleinert und in die USA verlegt.
Wenn dieses Mal die juristische Argumentation zählt sollte ein Freispruch oder zumindest eine Einstellung des Verfahrens das Ergebnis sein:
- am 3.2.2012 um 11 Uhr
im Saal 6
Landgericht Neubrandenburg
Friedrich-Engels-Ring 15 – 17
Die Angeklagten freuen sich auf viel Unterstützung!
Kontakt:
heinz [at] fruchtwechsel.org – 0151-11593633
Links zu damaligen Medienberichten hier und hier.

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